Katzen sind besonders anfällig für Aortenthrombosen, da ihr Blutgerinnungssystem speziell ist. Vor allem bei Herzerkrankungen wie der hypertrophen Kardiomyopathie (HCM), die mit einer Vergrößerung der linken Vorkammer einhergeht, steigt das Risiko für Blutgerinnsel deutlich. Durch die vergrößerte Vorkammer fließt das Blut langsamer, wodurch sich leichter Thromben bilden.


Was ist eine Aortenthrombose bei Katzen?

Eine Aortenthrombose entsteht, wenn ein Blutgerinnsel aus der linken Vorkammer in den Körperkreislauf gelangt. Meist bleibt der Thrombus an der Aufzweigung der Aorta zu den Hinterbeinen stecken und blockiert die Blutversorgung. Dies führt zu einer plötzlichen Lähmung der Hinterbeine – vergleichbar mit einem Schlaganfall beim Menschen.

Seltener gelangen Thromben in die Vordergliedmaßen oder sogar ins Gehirn.


Symptome einer Aortenthrombose bei Katzen

Typische Anzeichen sind:

  • Plötzliche Lähmung eines oder beider Hinterbeine

  • Starkes Schmerzverhalten, oft lautes Schreien

  • Kalte, blasse Hinterbeine

  • Kein tastbarer Puls in der Leistengegend

  • In einigen Fällen: Atemnot durch Lungenödem

Diese Symptome sind in der Regel so deutlich, dass Tierbesitzer sofort einen Notfall erkennen.


Kann man eine Aortenthrombose verhindern?

Viele Aortenthrombosen treten erst nach der Herzerkrankung auf und sind das erste Anzeichen einer HCM. Wenn das Herzproblem bekannt ist, kann das Risiko durch Gerinnungshemmer reduziert werden.

Wichtig:

  • 100%ige Prävention ist nicht möglich

  • Sinnvoll bei stark vergrößerter linker Vorkammer

  • Besonders empfehlenswert, wenn Ultraschallbefunde bereits Thrombusrisiken zeigen


Behandlung und Prognose

Es gibt drei mögliche Ansätze:

1. Konservative Therapie

  • Symptomatische Behandlung

  • Schmerzmittel und unterstützende Therapie

  • Blutfluss kann sich teilweise wiederherstellen

  • Genesung kann Tage bis Wochen dauern

  • Viele Katzen erlangen die volle Funktion der Beine nicht zurück

2. Thrombusauflösung

  • Spezialverfahren in tiermedizinischen Kliniken

  • Beste Erfolgschancen innerhalb von 6–12 Stunden

  • Teuer und riskant, mögliche schwere Nebenwirkungen

  • Erfolgschancen ca. 50%

  • Möglichkeit erneuter Thrombenbildung, zugrunde liegende Herzerkrankung bleibt

3. Euthanasie

  • Humane Option bei starkem Leidensdruck

  • Prognose bei Therapieoptionen oft vorsichtig

  • Berücksichtigung der Lebensqualität der Katze


Fazit

Eine Aortenthrombose ist bei Katzen ein medizinischer Notfall. Früherkennung von Herzerkrankungen, regelmäßige Ultraschallkontrollen und gegebenenfalls Gerinnungshemmer können das Risiko reduzieren, aber nicht vollständig verhindern. Bei akuten Symptomen sollte sofort eine Tierklinik aufgesucht werden.