Herzhusten beim Hund - Hund auf Sofa mit Tennisball

Husten ist das erste Symptom einer fortgeschrittenen Herzerkrankung beim Hund. Vor allem bei kleineren Hunden führt eine Untersuchung von Husten schon einmal zur Diagnose eines Herzproblems. Trotzdem ist nicht jeder Husten ein Grund zur Panik. Es gibt sehr viele Ursachen für dieses Symptom und eine weitere Abklärung ist wichtig um die beste und effektivste Behandlung zu gewährleisten.

Wie entsteht Herzhusten beim Hund?

Bei Herzerkrankungen (z.B. DCM, Klappenerkrankung) kommt es mit der Zeit zur Vergrößerung des Herzens. Ab einer bestimmten Größe werden die Hauptbronchien und die Luftröhre durch das Herz nach oben gedrückt und verengt. Die Atemwege werden dadurch gereizt und es entsteht Husten. Im weiteren Verlauf der häufigsten Herzerkrankungen kommt es ab einem gewissen Zeitpunkt zu Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Man nennt diesen Zeitpunkt die Dekompensation (der Körper kann die Herzschwäche nicht mehr kompensieren). Dieser Zustand löst ebenfalls Husten aus, begleitet von zunehmender Atemnot. Bei Hunden die bereits auf Entwässerungstherapie sind bedeutet ein vermehrtes Husten, dass die Dosis der Entwässerungsmedikamente nicht mehr ausreicht. In dieser Situation sollte der Kardiologe oder Tierarzt kontaktiert werden um eine Dosiserhöhung abzusprechen.

INFO: Eine Herztherapie beinhaltet oftmals ACE-Hemmer. Bei Menschen können ACE-Hemmer Husten auslösen – diese Nebenwirkung wird beim Tier zum Glück nicht beobachtet.

Wie wird Herzhusten beim Hund diagnostiziert?

Herzhusten präsentiert sich als trockener, unproduktiver Husten. Eine klinische Untersuchung kann erste Hinweise zur Ursache geben, da eine Vergrößerung des Herzens mit einem lauten Herzgeräusch verbunden sein kann. Im Röntgenbild kann man die Größe des Herzens messen und die Komprimierung der Bronchien beurteilen. Zudem können andere Ursachen für den Husten abgeklärt werden. Auch ein Herzultraschall sollte in diesem Fall folgen um die Herzerkrankung weiter abzuklären und die richtige Therapieentscheidung zu treffen.

Besteht der Verdacht auf ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) kann dies ebenfalls im Röntgenbild festgestellt werden. Kardiale Biomarker (Bluttest) können eventuell bei der Diagnose helfen. Ein Herzultraschall sollte so bald als möglich folgen.

Die Unterscheidung Herzhusten versus “normalem” Husten ist oft schwierig. Eine Herzerkrankung schließt eine andere Ursache für Husten nicht aus und ein gleichzeitiges Auftreten ist durchaus möglich. Gerade kleine Hunderassen haben häufig Herzklappenerkrankungen und Atemwegsprobleme (z.B. eine kollabierende Luftröhre).

Was gibt es sonst noch für Ursachen für Husten?

  • Trachealkollaps (Kollabieren der Luftröhre)
  • Lungenfibrose
  • Parasiten (z.B. Lungenwürmer, Herzwürmer)
  • Infektionen, Entzündungen (z.B. Zwingerhusten, chronische Bronchitis)
  • Tumoren
  • Fremdkörper (z.B. Grashalme, kleine Spielzeuge etc.)
  • Verletzungen und deren Folgen (z.B. Blutungen, Zwerchfellhernie)
  • Flüssigkeitsansammlungen ohne kardiale Ursache (z.B. giftige Gase, Leberprobleme)

Herzhusten beim Hund - Bulldogge hechelt

Wie wird Herzhusten beim Hund behandelt?

Man muss bei der Therapie zwischen einem Lungenödem als Ursache und einem vergrößertem Herz als Hauptursache für den Herzhusten unterscheiden.

Wird Wasser in der Lunge als Ursache festgestellt, so handelt es sich um einen Notfall. Mit Medikamenten zur Entwässerung versucht man die Lungen von der Flüssigkeit zu befreien. Ist die Therapie erfolgreich, so sollte der Husten auch deutlich besser werden. Leider muss die Entwässerung dauerhaft weiter gegeben werden und der Husten verschwindet nicht immer gänzlich.

Ist eine Kompression der großen Bronchien und der Luftröhre das Problem, so können Medikamente zur Unterstützung des Herzens (z.B. Pimobendan, ACE-Hemmer) in manchen Fällen eine Linderung bringen. Nicht immer ist dies jedoch in Bezug auf den Husten sehr effektiv. Medikamente zur Unterdrückung des Hustenreizes können helfen, sollten aber nur mit Vorsicht verwendet werden. Eventuell kann eine geringe Dosis an Entwässerung die Dimensionen des Herzens etwas verkleinern und somit ebenfalls die Symptome verbessern. Stellt sich keine Besserung ein, so sollte nochmal über nicht kardiale-Ursachen nachgedacht werden.

Herzpatienten mit fortgeschrittener Erkrankung und Husten kann man oftmals nicht ganz von ihrem Husten befreien. Ziel ist es daher, die Symptome auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Herzhusten beim Hund- Spitz mit Geschirr

Welche Maßnahmen kann man sonst noch ergreifen?

  • Brustgeschirr ohne Druck auf den Hals anstatt Halsbänder verwenden
  • Starke Anstrengung, Stress oder Situationen in denen der Husten auftritt vermeiden
  • Stoffe die die Atemwege zusätzlich reizen wie z.B. Zigarettenrauch vermeiden
  • Eukalyptusöl in der Raumluft z.B. im Wasserdampf oder Diffuser aufgelöst beruhigt die Atemwege (Vorsicht, zu viel kann für den Hund auch Stress bedeuten)
  • Omega-3- Fettsäuren sind antientzündlich und können sich positiv auf gereizte Atemwege auswirken (Fischöl). Omega-3 ist zudem nachweislich positiv bei Herzerkrankungen.
  • Vitamin C und E stärken das Immunsystem (Risiko für Infektionen bei gereizten Atemwegen erhöht)

Produktbeispiele:

Omega-3- Lachsölkapseln von Antiforte

Nahrungsergänzgungsmittel für Herzpatienten von Canimove 

Respirationstropfen als Öl von cdVet

Achtung: Es gibt viele Kräuter, Öle oder naturheilkundliche Wirkstoffe die bei Husten helfen sollen und die zusätzlich zum Einsatz kommen können. Eine Abklärung durch einen Tierarzt muss immer zuerst stattfinden. Bei Herzhusten kann eine Entwässerungstherapie lebensnotwendig sein und ist daher nicht durch Naturheilkunde zu ersetzen.

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