Husten bei Katzen kann vieles bedeuten. Husten aufgrund eines vergrößerten Herzens ist bei Katzen jedoch deutlich seltener und nicht das klassische erste Anzeichen einer Herzerkrankung, wie man es vom Hund kennt.

Wie macht sich eine Herzerkrankung bei Katzen bemerkbar?

Katzen sind Meister darin, Unwohlsein und Krankheit lange zu verbergen. Daher werden Herzerkrankungen bei Katzen häufig erst dann festgestellt, wenn sie bereits weit fortgeschritten sind und eine dauerhafte Therapie erforderlich ist.

Im frühen, asymptomatischen Stadium ist ein Herzgeräusch oft der erste Hinweis auf eine Herzerkrankung. Dieses wird meist zufällig entdeckt oder im Rahmen einer anderen Untersuchung. In manchen Fällen treten bereits früh Symptome wie Schwächeanfälle oder sogar Ohnmachten auf. Manche Besitzer lassen ihre Katzen – insbesondere Rassekatzen – deshalb regelmäßig kardiologisch untersuchen.

Das häufigste Szenario ist jedoch, dass Katzen mit hochgradiger Atemnot aufgrund von Wasser in der Lunge (Lungenödem) oder im Brustkorb (Pleuraerguss) in der Tierarztpraxis oder Klinik vorgestellt werden. Typisch sind eine angestrengte Bauchatmung, stark erhöhte Atem- und Herzfrequenzen, Maulatmung und ein insgesamt sehr gestresster Zustand. Im schlimmsten Fall ist eine Aortenthrombose (plötzliche, sehr schmerzhafte Lähmung der Hinterbeine) das erste erkennbare Anzeichen einer Herzerkrankung.

In einer Studie mit Katzen, die aufgrund von Atemnot vorgestellt wurden, hatten nur etwa ein Viertel der herzkranken Katzen zuvor bereits einmal gehustet.


Was kann Husten bei Katzen sonst noch bedeuten?

Husten entsteht durch eine Reizung der oberen oder unteren Atemwege und kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Die Art des Hustens (permanent oder sporadisch, trocken oder produktiv, akut oder chronisch) sowie das Vorhandensein zusätzlicher Symptome (z. B. Fieber, Schwäche, Gewichtsverlust) liefern wichtige Hinweise für die Diagnosestellung. Auch Alter und Rasse der Katze spielen eine Rolle.

Nach einer gründlichen klinischen Untersuchung kommen meist Röntgenaufnahmen zum Einsatz. Je nach Befund können zusätzlich Laboruntersuchungen, Endoskopie, Ultraschall und in seltenen Fällen auch CT oder MRT erforderlich sein. In manchen Situationen wird zunächst eine Therapie auf Verdacht eingeleitet und die Diagnose anhand des Therapieerfolgs gestellt.

Katze mit Maulatmung

Mögliche Ursachen für Husten bei Katzen

Entzündungen und Infektionen
Entzündliche Prozesse können die oberen Atemwege, die Bronchien oder die Lunge betreffen. Sie können steril sein oder durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht werden. Asthma bronchiale und chronische Bronchitis zählen zu den häufigsten Ursachen für Husten bei Katzen, insbesondere bei jüngeren Tieren. Diese Erkrankungen können bei akuter Atemnot leicht mit Herzproblemen verwechselt werden. Auch an Toxoplasmose oder Fremdkörper sollte gedacht werden.

Neoplasien (Tumoren)
Tumoren der Lunge, des Brustkorbs oder der oberen Atemwege können ebenfalls Husten verursachen. In der Lunge sind Metastasen deutlich häufiger als primäre Lungentumoren.

Allergien
Allergisches Asthma kommt bei Katzen relativ häufig vor. Es muss von anderen Erkrankungen wie chronischer Bronchitis oder einem herzbedingten Lungenödem unterschieden werden, da sich die Symptome stark ähneln können.

Trauma
Unfälle können zu unterschiedlichen Verletzungen führen, etwa zu Blutungen in der Lunge oder zu Rissen im Zwerchfell.

Aspiration
Das Einatmen von Flüssigkeiten oder Mageninhalt, beispielsweise bei Erkrankungen des Kehlkopfs oder während einer Narkose, kann eine Aspirationspneumonie verursachen.

Parasiten
Lungenwürmer oder wandernde Wurmlarven können das Lungengewebe schädigen und Husten auslösen.

Herzbedingte Ursachen
Herzerkrankungen sind bei der Katze nur selten die Ursache von Husten, sollten jedoch insbesondere bei älteren Tieren mit Atemnot berücksichtigt werden.

Die Aufzählung stellt nur einen groben Überblick dar. Husten ist ein unspezifisches Symptom und muss immer im Zusammenhang mit anderen klinischen Befunden interpretiert werden. Zudem werden Symptome wie Niesen, Rückwärtsniesen, Würgen oder angestrengte Atmung von Katzenhaltern gelegentlich fälschlicherweise als Husten wahrgenommen.


Unterscheidung zwischen Asthma, chronischer Bronchitis und Herzproblemen

Werden Katzen mit hochgradiger Atemnot vorgestellt, ist die Unterscheidung zwischen Asthma, chronischer Bronchitis und einer Herzerkrankung mit Lungenödem oft schwierig, da sich die Symptome akut sehr ähnlich darstellen. Ein Herzultraschall – die beste Methode zum Nachweis oder Ausschluss einer Herzerkrankung – ist nicht immer sofort verfügbar. Auch Röntgenbilder können in der Akutsituation schwierig zu interpretieren sein.

Da diese Patienten möglichst wenig Stress ausgesetzt werden dürfen und schnell gehandelt werden muss, wird häufig Furosemid (ein entwässerndes Medikament) verabreicht, um ein lebensbedrohliches Lungenödem zu behandeln. Da Furosemid zusätzlich eine bronchienerweiternde Wirkung hat, verbessert sich der Zustand vieler Katzen sowohl bei herzbedingten als auch bei lungenerkrankungsbedingten Ursachen. Dies ist in der Akutphase sinnvoll, ersetzt jedoch nicht eine weiterführende Diagnostik. Eine Besserung unter Herzmedikation bedeutet nicht automatisch, dass das Herz die Ursache der Atemnot ist.


Diagnosestellung

Herzerkrankung:
Die definitive Diagnose erfolgt mittels Herzultraschall. Ein Lungenödem wird im Röntgenbild festgestellt. Ergänzend können sogenannte kardiale Biomarker aus dem Blut bei der Differenzierung helfen, wenn ein Ultraschall nicht zeitnah möglich ist. Betroffene Katzen sind meist älter (Ausnahmen möglich), Husten ist im Vorbericht selten und die Atemnot tritt häufig plötzlich auf.

Asthma und chronische Bronchitis:
Die Diagnose basiert auf Vorbericht (typischerweise chronischer Husten oder anfallsartiger Husten bei Asthma), klinischer Untersuchung, Röntgenbefunden, dem Ansprechen auf die entsprechende Therapie sowie dem Ausschluss anderer Ursachen. Nur selten sind invasive Untersuchungen wie eine Endoskopie notwendig. Therapeutisch kommen in der Regel Kortikosteroide (systemisch oder als Inhalation) in Kombination mit bronchienerweiternden Medikamenten zum Einsatz.


Zusammenfassung

Husten bei Katzen ist nicht normal und sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Herzerkrankungen sind nur selten die Ursache – einen klassischen „Herzhusten“ gibt es bei der Katze praktisch nicht. Deutlich häufiger liegen Erkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis oder Infektionen zugrunde. Um eine Herzerkrankung sicher auszuschließen oder zu bestätigen, ist der Herzultraschall das diagnostische Mittel der Wahl.