Kathi, eine normale Hauskatze, war 12 Jahre alt, als sie zum ersten Mal zu mir kam. Sie wurde mir vor über 2,5 Jahren mit Atemnot vorgestellt, deren Ursache Wasser im Brustkorb war. Wir haben die Flüssigkeit punktiert, so viel wie möglich entfernt und anschließend das Herz gründlich im Herzultraschall untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Kathi an einer restriktiven Kardiomyopathie (RCM) mit beidseits hochgradig vergrößerten Vorhöfen leidet.
Wir haben sie daraufhin medikamentös eingestellt. Angefangen haben wir mit einer etwas höheren Dosis Entwässerung (Furosemid), die wir glücklicherweise rasch wieder reduzieren konnten. Zusätzlich bekommt Kathi Clopidogrel zur Vorbeugung einer Aortenthrombose sowie einen ACE-Hemmer zur Unterstützung der Herzfunktion. Kathi hat sich sehr schnell erholt, fraß sofort wieder hervorragend und widmete sich direkt wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung: dem Jagen von Mäusen und Vögeln.
1 Jahr später
Nach etwa einem Jahr musste Kathi erneut Flüssigkeit aus dem Brustkorb entfernt werden, woraufhin wir die Dosis des Entwässerungsmedikaments wieder erhöht haben. Wie schon beim letzten Mal hat sie sich auch diesmal schnell erholt.
Nach weiteren sechs Monaten berichtete die Besitzerin erneut von erschwerter Atmung und einer leichten Verschlechterung des Allgemeinzustands. Daraufhin haben wir Kathi von Furosemid auf Torasemid umgestellt, was sehr gut funktioniert hat.
2,5 Jahre später
Nach insgesamt 2,5 Jahren habe ich Kathi erneut untersucht, da sie wieder schwer geatmet hat. Diesmal zeigte sich nur minimal Flüssigkeit im Brustkorb, dafür jedoch ein Lungenödem im Röntgenbild. Wir haben Kathi für einige Tage mit einer höheren Dosis entwässert und anschließend die Gabe von Torasemid auf zweimal täglich aufgeteilt. Seitdem liegen wieder regelmäßig Vögel und Mäuse vor der Tür.
Wir sind gespannt, wie es mit Kathi weitergeht. Aktuell sieht oder merkt man ihr die Erkrankung nicht an. Ein großer Vorteil bei ihr ist, dass sie Tabletten problemlos einnimmt – das erleichtert die Therapie erheblich. Außerdem möchte ich der Besitzerin ein großes Lob aussprechen, da das Management der Erkrankung wirklich hervorragend funktioniert.
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Katzen, die erstmals ein Herzversagen erleiden, liegt bei etwa einem Jahr. Kathis Krankheitsverlauf zeigt jedoch, dass durchaus Hoffnung auf eine längere, gute Lebenszeit besteht – selbst dann, wenn bereits ein Herzversagen vorliegt. Dennoch gilt: Jede Katze ist individuell, und jeder Krankheitsverlauf kann unterschiedlich sein.
Wenn ihr mehr über die Lebenserwartung bei Katzen mit Herzerkrankungen, Herzversagen oder über die oben genannten Medikamente erfahren möchtet, folgt gerne den entsprechenden Links.




