Herzklappenerkankgunen bei alten Hunden

Welche Impfungen machen Sinn?
Wann ist das richtige Alter?
Wie oft muss ich nachimpfen?
Muss ich alte Tiere noch impfen?

All diese Fragen werden immer wieder diskutiert. In Foren, beim Tierarzt, unter Tierärzten etc.

→ In diesem Artikel widme ich der Frage ob man Tier-Senioren noch impfen soll.

Faktoren die in Betracht gezogen werden müssen:

1. Wie regelmäßig wurde geimpft:
  • Gab es eine ordentliche Grundimmunisierung und wurde das Tier regelmäßig nachgeimpft kann man davon ausgehen, dass Antikörper gegen Staupe, Hepatitis und Parvo beim Hund und Parvo bei der Katze vorhanden sind. Das gleiche gilt für Tollwut bei. Bei Katzenschnupfen muss man etwas vorsichtiger sein. Wenn man sicher gehen will kann ein Test der Antikörpertiter helfen.
  • Ist die Grundimmunisierung gemacht worden, die letzte Impfung aber schon länger her, reicht eine Impfung aus um den Impfschutz wieder vollständig herzustellen und über Jahre zu schützen. Auch in diesem Fall kann man eine Titer – Untersuchung machen, um keine unnötigen Impfungen durchzuführen.
  • Wurde keine Grundimmunisierung gemacht, bzw. ist der Impfstatus unbekannt – hilft auch hier eine Titerbestimmung. Nicht jeder hat jedoch die nötigen finanziellen Mittel für diese Tests, da im Falle eines negativen Ergebnisses ja zusätzlich noch eine Impfung durchgeführt werden muss. Deshalb kann man auch hier eine Grundimmunisierung starten, welche beim adulten Tier meist aus nur einer Impfung besteht (je nach Impfung). Allerdings ist das Immunsystem von älteren Tieren schlechter darin eine gute Immunität aufzubauen, wenn sie davor noch nicht mit dem Erreger (oder Impfstoff) in Kontakt waren, weshalb Booster-Impfungen bei diesen Tieren empfehlenswert sind.
2. Welchen Risiken ist mein Tier ausgesetzt
  • Kontakt zu Hunden oder Katzen mit unbekanntem Impfstatus
  • Aufenthalt in Zwingern, Katzenpension etc.
  • Regelmäßiger Friseurbesuch
  • Hundeschule (viele Welpen!)
  • Besitzer mit Kontakt zu anderen Tieren
  • Freilauf oder Spaziergänge in Gebieten mit hohem Vorkommen bestimmter Krankheit
  • Kontakt zu Tieren aus dem Ausland oder Reisen ins Ausland
    → auch zu Bedenken, bei Auslandsreisen müssen Einreisebestimmungen beachtet werden. Eine gültige Tollwut-Impfung ist für fast jede Einreise nötig. Was “gültig” bedeutet bestimmt das jeweilige Land.
3. Hat mein Tier sonstige Erkrankungen

Chronische Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder eine Dauermedikation mit Kortison, Cyclosporin o.ä. machen den Körper anfälliger für Krankheiten. Gerade bei diesen Tieren stellt sich die Frage ob man Impfen sollte oder nicht. Beim Menschen mit Diabetes wird zum Beispiel dringend dazu geraten eine Grippe Impfung durchzuführen, aber wirklich vergleichbar ist diese Situation mit Tieren nicht. Im Falle einer chronischen Erkrankung wie Hypothyreose, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes etc. sollte immer individuell mit dem Tierarzt abgeklärt werden ob Impfungen sinnvoll sind. Eine pauschale Antwort gibt es dafür nicht.

4. Gab es jemals Impfreaktionen

Hat das Tier bei vorhergehenden Impfungen mit schweren Nebenwirkungen wie z.B. allergischen Schocks, Autoimmunhämolytische Anämie oder ähnliches reagiert, ist das Risiko einer Impfung höher als das Infektionsrisiko einzustufen und man wird von einer Impfung eher abraten. Allerdings sollte man sich in diesem Fall auch bewusst machen, dass das Tier eventuell ungeschützt ist und Situation mit hohem Infektionsrisiko soweit möglich vermeiden. Bei Katzen steht natürlich immer das Thema Fibrosarkom im Raum. Generell sollten bei Katzen Injektionen (nicht nur Impfungen) daher auf ein Minimum reduziert werden und Impfungen, wenn möglich in die Beine oder in den Schwanz erfolgen. Katzenschnupfen ist weitaus häufiger als Fibrosarkome.

Titer bestimmen lassen oder gleich impfen

Wie schon mehrfach erwähnt kann man durch einen Bluttest Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger messen. Ist der Titer ausreichend hoch, kann von einem bestehenden Schutz gegen den Erreger ausgegangen werden. Eine wunderbare Sache, leider noch etwas kostspielig. Der Nachteil davon ist, nicht alle Krankheiten machen Sinn zu testen, da der Titer bei manchen Krankheiten keine gute Aussage über den Impfschutz gibt bzw. die Immunität nur sehr kurz anhält und ein positiver Titer heute nichts über den Titer in ein paar Monaten aussagt. Das ist vor allem bei Erkrankungen der Fall, die durch Bakterien ausgelöst werden wie z.B. Leptospirose, Borreliose, Chlamydien etc. Wer die finanziellen Mittel hat, kann für Parvo, Staupe und bedingt bei Tollwut den Titer testen lassen.

Zusammenfassung

Generell gilt, Infektionskrankheiten sind immer noch weit verbreitet und gerade ältere Tiere profitieren von einer guten Immunität durch Impfungen, da mit zunehmendem Alter auch das Immunsystem schwächer wird. Die Frage, ob ausreichend Impfschutz vorhanden ist, kann nicht immer ganz so einfach beantwortet werden und ist abhängig von den vorhergehenden Impfungen. Wenn man mehr Klarheit möchte, kann man die Antikörper – Titer für einige Erreger bestimmen lassen.

Für Hunde:
Wenn regelmäßig geimpft wurde, kann man bei den meisten Grundimpfungen (Staupe, Parvo, Tollwut) davon ausgehen, dass die Immunität für die letzten Jahre vorhanden ist. Leptospirose, Zwingerhusten, Borreliose sind bakterielle Erreger und müssen jährlich nachgeimpft werden. Vor allem Leptospirose gilt als Core-Impfung und sollte deshalb auch noch beim älteren Hund regelmäßig geimpft werden, da wohl jeder Hund aus Pfützen trinkt oder seine Nase an Orte steckt an denen Mäuse oder Ratten waren und die Gefahr der Ansteckung besteht. In manchen Gebieten ist das Vorkommen von Leptospirose weitaus höher als in anderen aber generell geht die Zahl der Fälle nach oben – auch beim Menschen.
Fazit: Hunde im Alter jährlich gegen Leptospirose impfen ist sinnvoll, die andern Grundimpfungen sind vermutlich lebenslang wirksam. Wenn andere Risikofaktoren – viele andere Hunde, Zwinger, Welpen- vorhanden sind, sollten auch Zwingerhusten, Hepatitis (meist im Kombi – Impfstoff mit Parvo und Staupe enthalten) Borreliose etc. in Betracht gezogen werden. Für mehr Sicherheit – Titer bestimmen lassen.

Für Katzen:
Alle Katzen – egal ob Freigänger oder Hauskatzen – sollten regelmäßig gegen Katzenschnupfen geimpft werden. Auch im Alter besteht die Gefahr – ähnlich einer Grippe beim Menschen. Hier wird auch vor allem bei jungen, alten und immunsupprimierten Menschen zur Impfung geraten. Gegen Parvo und Tollwut ist eine Katze höchstwahrscheinlich nach regelmäßiger Impfung lebenslang geschützt. Bei FeLV wird derzeit im Alter nicht mehr zur Impfung geraten, da Katzen mit zunehmendem Alter resistenter gegen die Infektion werden.
Fazit: Katzen im Alter gegen Katzenschnupfen impfen macht Sinn. Die Impfung wird alle 3 Jahre empfohlen. Bei den restlichen Impfungen kann man schon eher davon ausgehen, dass Impfschutz vorhanden ist. Die Entscheidung liegt letztendlich beim Tierbesitzer und muss für jede Katze individuell getroffen werden. 

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