Nach vielen Monaten habe ich es endlich geschafft mein erstes Buch zu veröffentlichen und ich hoffe sehr, dass ich euch damit helfen kann. Die Niereninsuffizienz bei Katzen ist extrem verbreitet und ich möchte mit diesem Handbuch alle betroffenen oder interessierten Katzenbesitzer dabei unterstützen mit der Krankheit umzugehen, die bestmögliche Pflege und Therapie für ihre Katze zu finden und offene Fragen beantworten. Nierenprobleme sind sehr komplex und es gibt viele mögliche Komplikationen und Möglichkeiten die Therapie individuell zu optimieren.

 

Niereninsuffizienz bei der Katze

 

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Ich bin zudem für jedes Feedback dankbar und freue mich von euch zu hören. Nur so kann ich das Buch noch besser auf eure Bedürfnisse anpassen und es verbessern und erweitern. Auch individuelle Fragen beantworte ich natürlich sehr gerne.


Auszug aus dem Buch:

Ernährung von Nierenpatienten

Die Diät ist einer der wichtigsten Bausteine in der Therapie einer chronischen
Niereninsuffizienz. Das Ziel ist dabei, durch die richtige Fütterung den Krankheitsverlauf zu
verlangsamen, klinische Symptome zu minimieren, eine adäquate Versorgung mit

Nährstoffen aufrecht zu erhalten und somit letztendlich eine längere Überlebenszeit zu
erreichen. Katzen sind jedoch häufig schwierig, wenn es um die Akzeptanz von Futter geht.
Dies kann zur Herausforderung werden. Glücklicherweise haben mittlerweile viele
verschiedene Hersteller Futtermittel für Nierenpatienten im Sortiment, was die
Wahrscheinlichkeit erhöht, ein Futter zu finden das die Katze auch frisst. Allerdings sollte
vorher auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Die Umstellung sollte zudem schrittweise
erfolgen (Neues Futter über mehrere Tage zunehmend einmischen).

Besondere Nährstoff-Bedürfnisse von Nierenpatienten

Eiweiß
Werden Proteine verstoffwechselt, so entstehen Abbauprodukte, welche über die Niere
ausgeschieden werden (unter anderem Harnstoff und Kreatinin). Bei einer CNI ist die
Ausscheidung dieser Stoffe reduziert, was erhöhte Werte im Blut zur Folge hat. Ab einer
gewissen Konzentration kommt es dadurch zu typischen Symptomen (Inappetenz, Erbrechen,
Lethargie etc.). Um die Konzentration harnpflichtiger Stoffe zu reduzieren und die Nieren zu
entlasten, ist es nötig die Proteinzufuhr über das Futter zu verringern. Dies ist bereits seit
langer Zeit bekannt und wird in der Therapie von chronischen Niereninsuffizienzen
berücksichtigt. Bei Katzen ist die Restriktion von Protein jedoch sehr kritisch und es ist
unklar, wieviel Protein in welchem Krankheitsstadium nötig ist um einen Abbau an
Muskelmasse zu verhindern. Studien dazu fehlen leider bisher. Wird Protein über die Niere
verloren, so sollte dies in der Zufuhr berücksichtigt werden.

Phosphat
Phosphat wird bei Nierenpatienten ebenfalls ungenügend über die Nieren ausgeschieden und
konzentriert sich im Blut. Dies führt zum einen zu erhöhtem Unwohlsein der Katze, zum
anderen sind hohe Phosphatwerte mit schnellerem Fortschreiten der Niereninsuffizienz und
mit einer kürzeren Überlebenszeit verbunden. Zudem spielt Phosphat im komplexen System
der Hyperparathyreose eine wichtige Rolle. Ziel ist es daher, durch eine verminderte
Phosphatzufuhr diese negativen Auswirkungen zu minimieren.
Größte Phosphatquelle ist Fleisch und eine Minderung des Fleischanteils im Futter führt in
der Regel bereits zu einer Reduktion des Phosphatgehaltes. Der Erhaltungsbedarf einer
erwachsenen Katze an Phosphat ist 40 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Bei CNI Patienten kann
eine Reduktion bis zu 75%, also nur 10 mg/kg pro Tag nötig sein, je nach
Phosphatkonzentration im Blut. Reicht eine Reduktion im Futter nicht aus, so können
zusätzlich Phosphatbinder nötig werden. Dies sind Medikamente, welche die Resorption aus
dem Magen-Darm-Trakt bis zu einem gewissen Grad verhindern. Phosphatbinder sind auch
Alternativen, falls eine Reduktion über das Futter nicht möglich ist (Katze frisst keine
Nierendiät!).
Problematisch ist eine strenge Phosphatreduktion, wenn Kalzium im Blut erhöht ist. In
diesem Fall muss auf Phosphatbinder oder eine Diät mit sehr wenig Phosphat verzichtet
werden.

Kalium und Vitamine
Vitamine, vor allem B-Vitamine werde vermehrt über die kranken Nieren ausgeschwemmt.
Dies sollte in der Ernährung berücksichtigt werden und die Futtermittel dementsprechend
angereichert sein. Erniedrigte Kaliumwerte kommen bei Katzen ebenfalls relativ häufig vor
und ein oraler Ausgleich ist die wichtigste Maßnahme zur Regulation. Wenn
Kaliumanreicherung im Futter nicht ausreichend ist, kann zusätzlich mit Ergänzungsmittel
Kalium zugeführt werden. Dabei eignet sich Kaliumglukonat in Pulverform.

Kalzium
Die Nieren spielen eine wichtige Rolle in der Regulierung des Kalziumhaushaltes. Daher ist
es nicht verwunderlich, dass eine CNI häufig mit einer Störung der Kalziumregulation
einhergeht und erhöhte Kalziumwerte (oder auch erniedrigte) im Blut die Folge sind. Eine
sogenannte Hyperkalzämie aufgrund von CNI ist meist mild, kann aber sowohl Filtrationsrate
als auch Symptome verschlechtern. Eine streng reduzierte Phosphatzufuhr ist bei hohen
Kalziumwerten kontraindiziert. Daher sollten in diesen Fällen keine reine Nierendiät mehr
gefüttert und etwaige Phosphatbinder abgesetzt werden.

Natrium
Ein erhöhter Natriumspiegel kann sich negativ auf das Fortschreiten der Nierenerkrankung
auswirken. Außerdem spielt Natrium bei der Entstehung von Bluthochdruck eine Rolle. Da
die kranke Niere nicht mehr in der Lage ist Natrium in ausreichenden Mengen auszuscheiden,
sollte der Salzgehalt im Futter – welcher oftmals zu hoch ist – reduziert werden. Da
nierenkranke Katzen aber oft mit Dehydratation zu kämpfen haben, gilt es den Salzgehalt
langsam zu reduzieren. Eine langsame Reduktion gibt den Nieren Zeit sich anzupassen. Auf
den meisten Nierendiäten ist der Salzgehalt angegeben, andere Futtermittel haben diese
Information meist leider nicht auf ihrer Verpackung. Werte unter 100 mg/100 kcal (wenn die
Prozente der Trockenmasse angegeben sind ein Prozentwert < 0.4 %) sind grobe Richtwerte.
Salzhaltige Leckerli oder Tischreste müssen dabei unbedingt vermieden werden.

Omega-3 Fettsäuren
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie EPA (Eicosapentaensäure) und DHA
(Docosahexaensäure) haben verschiedene Effekte auf die Nieren und den Kreislauf. Sie sind
z.B. entzündungshemmend, senken den Blutdruck, wirken antioxidativ und zeigen positive
Auswirkungen auf den Blutfluss in der Niere. Bei Hunden und Menschen mit
Niereninsuffizienz konnte ein positiver Effekt gezeigt werden. Klinische Studien zum Einsatz
bei chronischer Niereninsuffizienz der Katze fehlen jedoch. Da auch bei dieser Spezies ein
positiver Einfluss vermutet wird und es keine Anzeichen von negativen Einflüssen gibt,
werden Nierendiäten oftmals mit Omega-3-Fettsäuren angereichert (meist jedoch nicht
ausreichend). Auch hier gibt es keine genauen Mengenangaben – 75 mg/kg (EPA+ DHA) pro
Tag wird von vielen Tierärzten empfohlen. Die beste Omega-3-Quelle ist Fischöl, welches
mit Vitamin E angereichert ist. Wird es flüssig ins Futter gemischt, kann dies sogar die
Akzeptanz des Futters erhöhen. Vorsicht jedoch, es kann auch zu Durchfall kommen (Dosis
langsam steigern!).

Energiegehalt
Für Nierenpatienten ist es essentiell ihr Gewicht zu halten und sowenig Muskelmasse wie
möglich abzubauen. Dafür sollten die eingesetzten Futtermittel eine hohe Energiedichte haben
um gerade Katzen die nur wenig fressen ausreichend zu versorgen. Da der Proteingehalt in
Nierendiäten reduziert wird, muss die Energie vor allem aus Kohlenhydraten und Fetten
stammen. Wie gut damit ein Abbau von Muskelmasse verhindert wird, ist nicht geklärt und
wird immer wieder diskutiert.

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