Fischöl, Hund und Katze beobachten Fisch

Omega-3 Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Immer häufiger werden Omega-3 Fettsäuren aber auch als Therapie für bestimmte Krankheiten eingesetzt. Es gibt einige Studien dazu in denen positive Effekte nachgewiesen werden. Allerdings gibt es auch ein paar mögliche Nebenwirkungen, an die man denken sollte.

Was sind Omega-3 Fettsäuren

In der Tiermedizin kommen vor allem Omega-3 Fettsäuren in Fischöl zum Einsatz. Dazu zählen EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Sie sind mehrfach ungesättigt, was bedeutet sie besitzen mehrere Kohlenstoff-Doppelbindungen. Die erste davon zwischen dem dritten und vierten Kohlenstoffmolekül. Der Name kommt also von ihrem chemischen Aufbau. Theoretisch können EPA und DHA vom Körper aus α-Linolensäure (ebenfalls Omega-3) gebildet werden, welche in Pflanzenölen wie Leinöl oder Flachsöl vorhanden ist. Allerdings wird die Umwandlungsrate bei Hunden und Katzen als gering angenommen, weshalb Fischöl als bessere Omega-3 Quelle gilt.

Positiven Effekte von Omega-3 Fettsäuren

Omega-3 Fettsäuren werden therapeutisch hauptsächlich aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften eingesetzt. Es wird jedoch vermutet, dass sie eine Reihe zusätzlicher Funktionen haben, da nicht alle Erkrankungen auf die sie positive Effekte haben, entzündungsbedingt sind. Um einen therapeutischen Effekt zu erzielen sind relativ hohe Konzentration nötig (zwischen 50 und 220 mg/kg Körpergewicht pro Tag), wobei die genaue wirksame Dosis oft nicht eindeutig geklärt ist. Es gibt zwar mittlerweile Futtermittel die größere Mengen EPA und DHA enthalten, allerdings selten in ausreichender Dosis. Daher ist eine Supplementierung z.B. mit Fischölkapseln oftmals nötig.

Bei folgenden Krankheiten werden Omega-3 Fettsäuren therapeutisch eingesetzt:

  • Neoplasien (z.B. Lymphom)
  • Hautkrankheiten (z.B. atopische Dermatitis)
  • Hyperlipidämie
  • Herzerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Entzündliche Darmerkrankungen wie IBD)
  • Orthopädische Probleme (Arthrose)

Bei diesen Krankheiten besteht die Vermutung, dass sie positive Effekte haben:

  • Neurologische Probleme
  • Asthma
  • Verhaltensstörungen

Omega-3 Fettsäuren, Fischöl Kapseln und Stethoskop

Potentiellen Nebenwirkungen von Omega-3 Fettsäuren

Wie alle Medikamente und Supplemente haben auch Omega-3 Fettsäuren potentiellen Nebenwirkungen die vor allem bei hohen Dosen bedacht werden müssen. Zudem gibt es zumindest für Hunde eine Höchstdosis, welche nicht überschritten werden sollte (EPA + DHA ≤ 2.800 mg/ 1.000 kcal; oder 370 mg pro (kg Körpergewicht)0,75). Für Katzen gibt es derzeit leider noch zu wenige Daten um eine Höchstdosis festzulegen.

  1. Blutgerinnung:

    Omega-3 Fettsäuren können sich negativ auf die Blutgerinnung auswirken. Dies spielt allerdings nur dann eine Rolle, wenn die Blutgerinnung bereits beeinträchtigt ist oder das Tier zusätzlich Gerinnungshemmer verabreicht bekommt.

  2. Magen-Darm-Trakt

    Bei manchen Tieren kommt es zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt. Bei hohen Dosen von Omega-3-Fettsäuren können diese unverdaut in den oberen Verdauungstrakt gelangen und dort Bakterien als Nahrung dienen, was Durchfall zur Folge haben kann. Da diese Nebenwirkung dosisabhängig ist, können eine langsame Dosissteigerung und Probiotika eventuell helfen.

  3. Wundheilung

    Da Wunden einen gewissen Grad an Entzündung zur Heilung benötigen, sind Omega-3-Fettsäuren theoretisch aufgrund ihrer antientzündlichen Wirkung kontraproduktiv. Studienergebnisse waren kontrovers mit dosisabhängigen Kurzzeit- aber keinen Langzeiteffekten auf die Wundheilung. Daher gilt bei Operationen oder großen Wunden vorsichtshalber die Supplementation mit Omega-3-Fettsäuren unterbrechen.

  4. Freie Radikale und Peroxidation

    Omega-3-Fettsäuren sind anfällig außerhalb aber auch im Körper mit Sauerstoff zu reagieren und freie Radikale zu bilden. Sind nicht genügend Radikalfänger wie z.B. Vitamin E vorhanden, kann es zur Schädigung von Proteinen, DNA und Zellen kommen. Außerhalb des Körpers kann das Produkt zudem “ranzig” werden und somit Toleranzprobleme auslösen. Auch hier waren Studienergebnisse nicht eindeutig. Sie lassen jedoch vermuten, dass bei Supplementation von Omega-3 Fettsäuren die Gefahr für einen Vitamin E Mangel steigt (Muskelschwäche, Netzhautdegeneration, Entzündungen im Fettgewebe) und Vitamin E deshalb in höheren Dosen benötigt wird. Viele Fischöl-Produkte enthalten deshalb Vitamin E.

  5. Vergiftungen mit Schwermetallen, Biphenylen und Vitaminen

    Fische und somit auch Fischöl sind bekannt dafür mit Schwermetallen oder Biphenylen belastet zu sein. Da vor allem in der EU regelmäßig Kontrollen aller Fischprodukte erfolgen, gilt die Gefahr mittlerweile als sehr gering. Bei Zweifeln sollte jedoch der Hersteller kontaktiert werden. Bei der Fütterung von Lebertran kann es zur Überversorgung von Vitamin A und D kommen, da dies in sehr hohen Dosen darin enthalten ist. Daher Lebertran als Omega-3-Quelle besser vermeiden.

  6. Gewichtszunahme

    Ein Teelöffel an Fischöl enthält ca. 42 kcal. Gerade bei Krankheiten, bei denen sehr hohe Dosen an Omega-3- Fettsäuren therapeutisch nötig sind (Krebstherapie, Arthrosen), kann dies zur Gewichtszunahme führen und muss bedacht werden.

  7. Auswirkungen auf das Immunsystem

    Entzündungsmediatoren sind an jeder Immunantwort beteiligt und eine Unterdrückung dieser durch Omega-3 Fettsäuren hat das Potential die Immunfunktion zu beeinflussen. Trotz einiger Studien sind die tatsächlichen Effekte und die klinische Relevanz jedoch noch unklar.

  8. Glykämische Kontrolle

    Klinischen Studien beim Menschen zeigten ein schlechtere Kontrolle von Diabetes, wenn hohe Dosen von Omega-3 Fettsäuren supplementiert wurden. Bei Katzen konnte dagegen eine bessere oder unveränderte glykämische Kontrolle nachgewiesen werden. Um Omega-3 Fettsäuren therapeutisch bei Diabetes einzusetzen, müssen jedoch noch weitere Studien bei Hund und Katze folgen.

  9. Interaktion mit anderen Medikamenten

    Der Einfluss auf die Wirksamkeit bestimmter Medikamente durch Omega-3 Fettsäuren ist durchaus möglich. Die Effekte von NSAIDs (z.B Meloxicam, Caprofen) und Gerinnungshemmern (Clopidogrel) auf die Blutgerinnung können z.B. durch die Fettsäuren verstärkt werden.

Fazit: Generell überwiegen die positiven Effekte von Omega-3 Fettsäuren gegenüber den potentiellen Nebenwirkungen. Trotzdem ist es von Vorteil die möglichen negativen Effekte zu kennen, um bei bestimmten Situationen entsprechend vorsichtig zu sein. Dazu zählen vor allem Operation (Wundheilungsstörung), Blutungsneigung, Durchfall und Vitamin-E Mangelerscheinungen.

 

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Was muss bei der Produktauswahl beachtet werden

Punkte zu beachten sind:

  • Fischöl ist Pflanzenölen vorzuziehen, da die Umwandlungsrate von Linolensäure, welches vor allem in Pflanzenölen vorkommt, zu EPA und DHA bei Hunden und Katzen als zu gering vermutet wird
  • Lebertran sollte vermieden werden, da hohe Dosen an Vitamin A und D zur Überversorgung führen können
  • Eine Supplementation mit Vitamin E im Produkt schützt vor freien Radikalen und „Ranzigkeit“
  • Bei Futtermittel die bereits DHA und EPA enthalten die Menge überprüfen, da diese meist nicht ausreicht um therapeutische Dosen zu erreichen
  • Produkte sollten sonst keine Zusätze wie z.B. Vitamin D enthalten, da bei hohen Dosen die Gefahr von Überversorgung besteht

Dosisangaben

Da die Dosisfindung für diese Art von Supplementen relativ schwierig ist, gibt es für die meisten Krankheiten lediglich Empfehlungen und keine definitiven Dosisangaben. Omega-3 Fettsäuren sind nur eine Komponente in der Therapie einer bestimmten Krankheit und die Gabe sollte immer mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.

Bekannte Dosisempfehlungen beim Hund:

 

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