SDMA (Symmetrisches Dimethylarginin) ist ein Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels und kommt im Zellkern jeder Körperzelle vor. Es gelangt ins Blut und wird fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden.
Ein erhöhter SDMA-Wert im Blut kann darauf hinweisen, dass die Nierenfunktion der Katze eingeschränkt ist (Glomeruläre Filtrationsrate – GFR). Allerdings muss dies nicht immer auf eine chronische Niereninsuffizienz zurückzuführen sein.
Mögliche vorübergehende Ursachen für einen erhöhten SDMA-Wert:
- Dehydratation
- Bluthochdruck
- Probleme im unteren Harntrakt (z. B. Harnwegsinfektion oder Harnsteine)
Wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind, kann ein erhöhter SDMA-Wert der erste Hinweis auf eine beginnende chronische Niereninsuffizienz bei Katzen sein.

Warum SDMA ein sensibler Marker ist
- Frühzeitige Erkennung: SDMA steigt bereits bei einem Funktionsverlust der Nieren von ca. 25 %, während Kreatinin und Harnstoff oft erst ab 75 % Funktionsverlust erhöht sind.
- Unabhängig von Muskelmasse: Kreatinin kann bei Katzen mit wenig Muskelmasse zu niedrig oder bei sehr muskulösen Katzen zu hoch erscheinen. SDMA ist dagegen unabhängig von der Muskelmasse.
Vorgehen bei erhöhtem SDMA-Wert bei Katzen
Die Internationale Renal Interest Society (IRIS) hat SDMA kürzlich als Biomarker in ihr Einteilungsschema aufgenommen. Ein SDMA-Wert zwischen 15 und 18 µg/dl (mehrfach gemessen) bei normalem Kreatinin kann bereits ein Grund sein, Katzen in Stadium 1 der chronischen Niereninsuffizienz einzustufen.
Der IDEXX SDMA® Interpretationsleitfaden empfiehlt folgendes Vorgehen:
SDMA 15–19 µg/dl
- Urinuntersuchung: Analyse inkl. Protein/Kreatinin-Verhältnis (UPC)
- Befund unauffällig: erneute Kontrolle der Nierenwerte nach 2–4 Wochen
- Befund auffällig: weiterführende Diagnostik, z. B. Nierenultraschall, Blutdruckmessung
SDMA ≥20 µg/dl oder erneut erhöht
- Weitere Untersuchungen:
- Blutdruckkontrolle (Hypertonie ausschließen)
- Ultraschall der Nieren
- Erweiterte Blutwerte: Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte
- Urinuntersuchung
SDMA nach einmaliger Erhöhung normalisiert
- Kontrolluntersuchung nach ca. 6 Monaten empfohlen
Zusammenfassung
- Ein erhöhter SDMA-Wert kann der erste Hinweis auf chronische Nierenerkrankung bei Katzen sein, oft noch bevor Kreatinin oder Harnstoff auffällig werden.
- Früherkennung ermöglicht es, Maßnahmen zur Nierenschonung frühzeitig einzuleiten.
- Regelmäßige Kontrollen, Blutdruckmessungen und Urinanalysen sind entscheidend für die Langzeitprognose.
Quellen:
http://www.iris-kidney.com/education/index.html




